Salzige Entwicklung
Bad Reichenhall ist Salz und Sole.
Die Geschichte Bad Reichenhalls ist bestimmt von dem Vorkommen der edlen Heilmittel AlpenSalz und AlpenSole.
Der Ort wurde bewundert, umworben, erobert, beschossen, niedergebrannt, zerstört und wieder aufgebaut. Zu jeder Zeit wussten jedoch die Menschen um den Wert des weißen Goldes.
Bereits um Christi Geburt war hier die Salzgewinnung aus Sole bekannt. Vorher war Salz ausschließlich durch Abbau im Bergwerk gewonnen worden. Jetzt wurde das weiße Gold in der Saline aus der sprudelnden Quellsole erzeugt. In Siedepfannen ließ man das Wasser verdampfen und Salz blieb übrig.
Reichenhall wurde bereits 1159 als Stadt urkundlich erwähnt, bekannt als Zentrum der Salzgewinnung für das südliche Mitteleuropa. Im Laufe der Jahrhunderte revolutionierten technische Neuerungen die Salzgewinnung und den Salztransport.
Die alte Soleleitung - ein technisches Meisterwerk
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts waren die Holzvorräte im Einzugsbereich der Saline Reichenhall weitgehend erschöpft.
Um den Salzbedarf weiterhin befriedigen zu können, musste eine 32 km lange Rohrleitung von Reichenhall ins waldreiche Traunstein zu einer neuen Saline gebaut werden. Die Sole musste auf diesem Weg 250m Höhe überwinden. In einer Zeit, in der Leitungen bis dahin nur bergab führten, war dies eine enorme Aufgabe: Eine Höhe deren Überwindung bis dahin nirgendwo gelungen war.
Nach Einholung vieler Gutachten beauftragte Bayernherzog Maximilian seinen Hofbaumeister Hans Reiffenstuel mit dieser technischen Pioniertat. Zusammen mit seinem Sohn Simon brachte er die Technologie der Münchener Trinkwasserversorgung in verbesserter und erweiterter Form zum Einsatz. Mit sieben Kolbendruckpumpen die von sieben Meter hohen Wasserrädern betrieben wurden, haben sie 1617 bis 1619 die Aufgabe bewältigt gelang es die Sole stufenweise anzuheben. Rund 9000 hölzerne Deicheln (Holzrohre) aus etwa 4 m langen Tannenstämmen mussten verlegt und miteinander verbunden werden. Wenn in extremen Trockenperioden das zum Betrieb der Räder notwendige Aufschlagwasser versiegte, mussten die Räder von Menschenkraft bewegt werden, um die Salzproduktion sicherzustellen.
Erst nach fast 200 Jahren wurde diese Soleleitung durch Georg von Reichenbach verbessert.
Der Soleleitungsbau fand zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine Fortsetzung, als in Rosenheim die Erichtung einer dritten Saline nötig wurde.
1816 erhält der Königlich Bayerische Salinenrat Georg von Reichenbach von König Max I. und seinem Minister, dem Grafen Montgelas, den Auftrag zur Planung und Konstruktion der Soleleitung von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall.
Schon am 22. Dezember 1817 rinnt die erste Berchtesgadener Sole nach Bad Reichenhall: 29 km Länge und erhebliche Höhenunterschiede hat der geniale Konstrukteur mit Wassersäulenhebemaschinen überwunden. Diese Maschine - die Reichenbachpumpe - gilt als eine geniale Konstruktion ihrer Zeit und pumpt die Sole bei Ilsank 356 Meter bergauf. Diese Soleleitung bleibt bis zum 19. Februar 1927 ununterbrochen in Betrieb - eine Meisterleistung, die ihrem Erfinder damals wie heute zu großer Ehre gereicht.
Heute ist eine der 14 Tonnen schweren Bronze-Pumpen im Salzbergwerk zu besichtigen, weitere stehen in der Alten Saline in Bad Reichenhall und im Deutschen Museum in München. Dem Verlauf der alten Soleleitung kann man auf wunderschönen Wanderwegen in Bad Reichenhall folgen.





